Erfahrungsbericht von Michael

Hin und wieder erhalten wir Erfahrungsberichte und Meinungen unserer Nutzer. Freundlicherweise hat Michael ausführlich von seiner letzten Reise nach Russland und dem Treffen mit einer Dame berichtet.

Michael schreibt:

"Da ich schon auf dem Gebiet der ausländischen Partnersuche einige Erfahrungen gesammelt habe, möchte ich euch meine Geschichte erzählen. Es wäre gut, wenn ihr unternehmungslustig werdet und mehr Glück habt.

Zuerst erwähne ich, dass ich kein Deutscher bin. In meinem Heimatland hatte ich keinen Erfolg bei der Partnersuche. Die Frauen, die mir gefielen, wollten mich nicht, und umgekehrt: wer mich wollte, gefiel mir nicht. Ich denke nicht nur an die äußeren, sondern eher an die inneren Eigenschaften.

In diesem hoffnungslosen Zustand kam ich auf die Idee, dass ich russische Frauen kennenlerne. Ich ahnte, dass sie anders sind als die meisten Westeuropäerinnen, deshalb machte ich noch zu Hause eine Probe: auf kostenlosen Webseiten schrieb ich mehreren Frauen. Das Ergebnis war positiv: die Meisten antworteten mir, sie schienen nett und zuverlässig zu sein.

Trotz alledem hörte ich mit solchen Proben auf. Ich wusste, dass sie in erster Linie westeuropäische Männer kennenlernen wollen, deshalb bewarb ich mich um mehrere Stellen in Deutschland. Mehrere Jahre gab es kein Ergebnis, aber nach einer langen Prozedur gelang es mir, einen guten Arbeitsplatz zu bekommen.

Ein halbes Jahr arbeitete ich geduldig, bis ich meine Wohnung einrichten und meine Füße setzen konnte. Als schon alles in Ordnung war, begann ich, mich mit der Partnersuche zu beschäftigen.

Zuerst hatte ich gar keinen Erfolg. Auf den meisten Gratis-Webseiten gab es eine Menge Schwindlerinnen, die mich austricksen wollten. Ich hätte Geld für ihre Reisekosten und Flugtickets zahlen sollen, aber ich war schon ein erfahrener Fuchs: niemand konnte mich betrügen.

So war es höchste Zeit, eine zuverlässige Webseite zu suchen. Die „Fernliebe” fand ich ganz zufällig. Gleich sah ich, dass sie völlig seriös ist. Es war eine große Erleichterung, dass ich nicht mit Schwindlerinnen kämpfen musste, da sie hier erfolgreich ausgefiltert werden. Außerdem antworteten mir auch ganz normale Frauen, mit denen ich wirklich korrespondieren und auch skypen konnte.

Es ist auch sehr gut, dass Irena uns hier helfen kann. Sie ist eine nette, verständnisvolle und gerechte Frau, ihr könnt euch an sie in jeder Frage wenden. Sie ist unwahrscheinlich schnell und steht euch sogar am Wochenende zur Verfügung.

Jetzt kehre ich schon auf die Sache. Vor einem halben Jahr lernte ich hier eine Frau kennen. Wir schrieben einander regelmäßig, und skypten insgesamt zwei- bis dreimal miteinander. Interessanterweise wollte sie später nicht mehr skypen, aber sie sagte, dass ich das Visum ganz ruhig beantragen und zu ihr ausreisen kann.

Vor meiner Abreise interessierte ich mich noch einmal bei ihr, ob sie sicherlich will, dass ich sie besuche, aber sie sagte ein eindeutiges „Ja”.

Es war so, dass wir uns im Mai getroffen haben. Ich gestehe euch ein, dass ich russischen Flugzeugen gegenüber ziemlich skeptisch war und Flugangst hatte. In der Wirklichkeit war die bekannteste russische Fluggesellschaft (ich verrate euch ihren Namen nicht) sehr sicher, sie hatte offensichtlich moderne Maschinen. Die erste und die zweite Klasse waren voneinander offensichtlicher getrennt als bei uns. In der ersten Klasse bot ein Flugbegleiter den Gästen schon am Anfang Sekt und andere Getränke an. Als wir die Flughöhe erreichten, hat er warme Speisen aufgetischt. Ich hörte das Besteck klirren, sie haben bestimmt keine Plastikteller bekommen. Überall gab es Beinfreiheit. Die Flugbegleiter trugen einen roten Stern an ihrer Uniform, und auch später sah ich dieses kommunistische Symbol vielerorts in Russland.

Zuerst flog ich nach Moskau, dann stieg ich dort in meine Destination um, in der ich einen Tag und die darauf folgende Nacht verbrachte.

Der Flughafen in Moskau war sehr modern und groß, man achtete sehr auf die Ordnung. Da ich viel Zeit hatte, ging ich ein bisschen hinaus. Der Verkehr war stark, die Autos hupten ständig. Ich konnte nur nach einer weiteren Kontrolle ins Gebäude zurückgehen. Es ist dort immer so: man kann nicht einfach in die Halle reingehen.

In der Nacht erreichte ich meine Destination. Der Pilot fuhr auf der Landebahn ein bisschen weiter, deshalb kam er vorsichtig zurück. Nach dem Ausstieg wollte ich mich am Informationsschalter erkundigen, aber niemand sprach Deutsch oder Englisch. Es war gut, dass ich noch in Deutschland ein kleines Reisewörterbuch kaufte. Das empfehle ich euch auch.

Rostow am Don

Vor dem Flughafen suchte ich nach einem Taxi, aber niemand wollte mich verstehen und bedienen. Dann kam ein Schwarz-Taxifahrer draufgängerisch zu mir und wollte mich für 50 Euro in die Stadt bringen. Ich habe ihm erzählt, dass meine Freundin mich über den Preis informierte und das sei zirka 13 Euro. Nach einem langen Feilschen handelte ich 15 Euro aus, dann fuhren wir zum Hotel.
Obwohl meine Fahrt völlig in Ordnung war, empfehle ich euch nur offizielle Taxis. (Bei der Rückfahrt nahm ich auch so eins).

Um die Zeit zu benutzen, besichtigte ich bis zum Treffen einige Stadtteile in meiner Destination, die ca. eine Million Einwohner hat. Ich hatte das Gefühl, als hätte ich eine Zeitreise gemacht. Alles sah so aus wie vor ca. 30 Jahren in den Ostblockländern. Die Straßen hatten einen schlechten Zustand, die Bevölkerung war sehr arm. Die Leute waren aber nett und hilfsbereit. Man muss nur Russisch sprechen können. Egal wie viel, das wird bewertet. (Damals lernte ich in der Schule 8 Jahre Russisch, aber ich vergaß fast alles, weil ich die Sprache nicht üben konnte). Hier fing ich an, mich an einige Sachen zu erinnern, so konnte ich ein wenig kommunizieren.

 Rostow StadtteilFoto von Rostow

Als wir uns trafen, schien das Mädchen ganz ordentlich zu sein, aber es war ein bisschen Distanz haltend. Mir gefiel nicht, dass ich auf sie lange warten musste. Ich kam nämlich um 4 Uhr morgens an, und sie kam auf 10. Zuerst wollte sie auf 11 kommen, aber ich konnte sie zu 10 überreden. Bis jetzt verstehe ich dieses Benehmen nicht. Wenn ich auf jemanden von so einer entfernten Gegend warten würde, würde ich so früh wie möglich auf dem Flughafen sein.
Sie war aber nicht dort, ich musste ein Taxi nehmen und eine halbe Stunde fahren. Dann wartete ich im Park stundenlang, weil ich so früh nur gegen Extrageld ins Hotel hätte gehen können.

Apropos, Hotel! Es war prima, ich war mit allem zufrieden. Eine Nacht kostete 33 Euro ohne Essen.

Was noch die Frau betrifft, war sie nett, aber ein bisschen kühl. Obwohl sie korrekt war, benahm sie sich so als wäre ich von der Nachbarschaft gekommen. Wir sahen uns auch eine militärische Parade an, wobei wir am Eingang natürlich kontrolliert wurden. Am Ende des Tages chattete sie mit ihrem Handy in der Hotelhalle und teilte mir mit, das sie keine Zeit mehr zum Abendessen hat…

Trotz alledem möchte sie mich besuchen. Ich hoffe, dass alles in Ordnung sein will.

Um nicht zu vergessen: beim Rückflug traf ich im Flugzeug eine sehr nette russische Frau. Sie flog nach Düsseldorf und begleitete ihren Bruder bis Moskau. Ich beobachtete, wie sie ihren Bruder besorgte. Sie war sehr aufmerksam, intelligent, außerdem sprach sie perfekt Deutsch. In Moskau hatten wir bis zum Anschluss einige Stunden, deshalb benutzten wir die Zeit. Wir konnten so gut miteinander unterhalten, dass wir nicht bemerkten, wie schnell die Zeit verging.
Schade, dass sie verheiratet war und Kinder hatte. Ich sagte ihr, dass ihr Mann ein sehr glücklicher Mensch ist, aber sie bemerkte traurig, dass er sie gar nicht schätzt…

Kurz und gut: ich erlebte im Flugzeug und im Flughafen, was ich in meiner Destination bekommen wollte. Dieses fantastische Gefühl suchte ich immer…"