Wie erkenne ich Scam und die betrügerischen Absichten einer Dame?

Was ist Scam?

Zuerst möchten wir erklären, was man unter Scam versteht.
Das Wort Scam ist ein englischer Begriff und bedeutet „Betrug“.
In der Kriminologie ist diese Handlung auch als Vorschussbetrug bekannt. Es handelt sich um die Vortäuschung der Persönlichkeit und der Lebensumstände mit der Absicht, das Geld von den Opfern zu entlocken.
Im Rahmen der Partnersuche kennt man dies auch als Love-Scam, Romance-Scam, Dating-Scam oder Internet Love-Scam.
(Vorschussbetrug in Wikipedia)

Unterschiede in Qualität und Ausführung

Unter den Scammern gibt es große Unterschiede hinsichtlich der Vorgehensweise und Qualität.
Die einfachste Form ist durch das massenhafte Senden von Liebesbriefen an zumeist ältere Herren gezeichnet. Bereits im ersten Brief ist von Liebe und einer gemeinsamen Zukunft die Rede. Reizende Fotos werden mitgesendet.

Die professionellen Scammer haben meist vertiefte psychologische Kenntnisse. Sie wissen, wonach sich einsame Single-Männer sehnen und mit welchen Worten man sie berührt und ihr Vertrauen gewinnt. Sie gehen so geschickt vor, dass ihre Absichten kaum zu erkennen sind.

Eine Kurzgeschichte zu diesem Thema

Um das Vorgehen eines Scammers besser zu veranschaulichen, erzählen wir hier die wahre Geschichte von Peter, der eine hübsche Russin in einem kostenlosen Chat kennen lernte.

Peter hat auf einer kostenlosen Singlebörse Marina aus Russland kennengelernt. Sehr zügig hat sich herausgestellt, dass beide die gleichen Ziele und Träume haben und einen Partner für eine gemeinsame Zukunft suchen. Nach mehreren Briefwechseln wurden die Telefonnummern und die E-Mail-Adressen ausgetauscht. Die E-Mail-Kommunikation lief sehr harmonisch und man befand sich auf einer Wellenlänge.

Jetzt sollte der Kontakt persönlicher werden. Zwar hatte Peter Marinas Telefonnummer, doch erreichen konnte er sie nie: Lediglich den Hinweis, dass der Teilnehmer nicht erreichbar sei. Erklären konnte das Marina nicht. Es gäbe wohl öfters Verbindungsprobleme in der Region in der sie lebt.
Somit lief das Kennenlernen weiterhin ausschließlich über E-Mails ab. Aufgrund des Zeitunterschieds und den Arbeitszeiten beider, waren auch keine Skype-Gespräche möglich. Denn Marina hatte keine privates Internet und konnte Peter nur während der Arbeitszeit schreiben.

Diese ungewöhnlichen Umstände könnten einen Dritten bereits stutzig machen. Doch wenn Gefühle im Spiel sind, gibt es fast für alles eine plausible Erklärung. Hauptsache der Traum bleibt am Leben.
Um doch etwaige Zweifel zu beseitigen, sendete Marina regelmäßig Fotos von ihrer Arbeit und Familie. Sogar eine Ausweiskopie lies sie Peter zukommen.
Sie präsentiert sich als ein einfaches und hübsches Mädchen, welches einen treuen Ehemann und zukünftigen Vater für gemeinsame Kinder sucht. Immer wieder schreibt sie, dass sie sich Peter als diesen Partner vorstellen könne.

Peter war sich ziemlich schnell sicher, seine Traumfrau gefunden zu haben. Er wollte sie schnellstmöglich treffen und nach Russland fliegen. Doch Marina hielt dies für keine gute Idee. Sie wohnt in einer kleinen Stadt, in der es angeblich sehr gefährlich sei. Die hohe Kriminalität und schwere Erreichbarkeit vom Flughafen sprechen gegen ein Treffen in Russland.
Deswegen schlägt ein Treffen in Deutschland vor.
Doch die Reise kann sich Marina nicht leisten. Als dies zum Thema wurde und Peter vorschlug, ihr den Betrag zu überweisen, lehnte sie ab. Es wäre besser, wenn er den Geldbetrag direkt an das Reisebüro sendet. Dieses kümmert sich um die Flugtickets, das Visum und die Krankenversicherung. Ein lokales Reisebüro hat Marina empfohlen. Im Internet war dies nicht aufzufinden und der Kontakt vollzog sich ausschließlich über Marina. Doch Peter zweifelte nicht, alles klang bisher sehr vernünftig. Vor allem, weil sie den Geldbetrag zuvor abgelehnt habe. Ca. 600,- EUR überwies Peter an das russische Reisebüro.

Die Dame möchte mit dem Tourismus-Visum nach Deutschland einreisen.
Das setzt einen finanziellen Nachweis voraus. Marina muss beweisen, dass sie genug Geld für ihren Aufenthalt in Deutschland zur Verfügung hat. Das Konsulat verlangt einen Nachweis von ca. 50,- EUR pro Aufenthaltstag. Geplant war ein dreimonatiger (90 Tage) Besuch in Deutschland.
Dies entspricht einen finanziellen Nachweis in Höhe von 4.500,- EUR der auf ihrem Konto liegen muss. Natürlich hatte sie diese finanziellen Mittel nicht und trat an Peter heran.
Er fragte Marina, ob sie das Reisebüro nach einer anderen Lösung fragen könne. Jedoch konnte oder wollten sie nicht weiterhelfen, sagte Marina.
Er wurde misstrauisch. Sie drängte jetzt mehr und mehr um den Geldbetrag. Er möge ihr doch bitte helfen, damit sie sich schnellstmöglich treffen können. Letztendlich war es zu viel Geld für Peter und er brach den Kontakt ab.
Die Rückforderung der Zahlung an das russische Reisebüro blieb erfolglos. Seine mehrmaligen Kontaktversuche wurden einfach ignoriert. Es ist davon auszugehen, dass das Reisebüro gar nicht existierte. Das Geld war weg und die Enttäuschung groß.

Das alles hat sich innerhalb von zwei Wochen geschehen. Ein klares Indiz, dass es sich dabei um Betrug handelt, gab es bis zur Überweisung nicht.
In der Regel möchten Scammer nicht zu viel Zeit für einzelne Opfer verlieren, deswegen wird sich das Szenario relativ schnell abspielen. Sehr früh erkennen sie, ob eine grundlegende Bereitschaft besteht, Geld zu investieren.
Und wenn ein Mann einmal einen Geldbetrag gesendet hat, finden sie neue Geschichten, um ihm noch mehr Geld zu entlocken.

Der Hilferuf
Man hat sich im Internet kennengelernt und alles entwickelt sich gut. Regelmäßig werden Nachrichten ausgetauscht und sogar von gemeinsamen Zukunftsplänen ist die Rede. Gefühle sind im Spiel – Wunderbar!
Doch plötzlich schreibt die Dame über unerwartete Probleme, für deren Lösung sie größere Geldbeträge benötigt. Dies können Krankheiten innerhalb der Familie sein oder rechtliche Probleme, bei der sie das Opfer sei.
Wenn die Gefühle stark sind, wird man schnell geblendet. Geld ist ja schließlich nicht alles im Leben und für die wahre Liebe sollte man nahezu alles aufwenden.
Schaut man jedoch objektiv auf die Situation, sieht man einen reinen virtuellen Kontakt.
Die entstandenen Gefühle kreieren eine besondere und zumeist realitätsferne Vorstellung des Gegenübers im Kopf.
Doch solange kein reales Treffen stattgefunden hat, ist dies auch keine reale Beziehung. Es besteht auch keine finanzielle Verantwortung der Dame gegenüber. Befindet man sich in einer solchen Situation und hegt die ersten Zweifel, ist es vernünftig, eine andere Person (einen Freund oder ein Familienmitglied) um Rat zu bitten. Eine dritte Person, die nicht emotionell an den Vorgängen beteiligt ist, kann die Situation besser beurteilen und eine mögliche Gefahr erkennen.

Warum könnte eine ehrliche Dame überhaupt den Mann um Geld bitten?

Die osteuropäischen Frauen leben oft in bescheidenen Verhältnissen. Besonders schwer ist es für alleinerziehende Mütter.
Deswegen kann die finanzielle Unterstützung für das erste Treffen angemessen sein.
Abgesehen davon, wenn ein Mann sich finanziell an dem Treffen beteiligt, ist das für die Dame ein Beweis für seine Seriosität.

Fazit

  • Die Scammer sind sehr geschickt und gut organisiert. Der Mann bekommt seinen lang ersehnten Traum präsentiert: Eine russische Traumfrau, die ihn liebt und begehrt.

  • Betrüger verstecken sich nicht nur hinter professionellen Bildern von Modells, sondern auch hinter „einfachen“ Mädchen.

  • Eine Ausweiskopie zu senden stellt für viele kein Problem dar. Professionelle und erfahrene Betrüger sind darauf vorbereitet.

  • Sie haben gewisse psychologische Grundkenntnisse und wissen, wie man durch die Träume und die Wünsche eines Mannes, sein Ziel erreichen kann. Deswegen lassen ihre Geschichten kaum Zweifel offen. Sie sind sehr detailliert vorbereitet und werden realistisch vorgetragen.

  • Wenn ein Mann das erste Mal Geld gesendet hat, werden neue Geschichten inszeniert um weiteres Geld zu ergaunern.

  • Doch die Gefahren durch Betrüger sollten einen Mann nicht davon abhalten, eine interessante Frau aus Osteuropa kennen zu lernen. Verhält man sich aufmerksam, bleibt vernünftig und folgt ein paar Regeln, haben Betrüger keine Chance.

Wir empfehlen

  • Ein regelmäßiger Skype Kontakt.

  • Realistisch bleiben und sich beim Kennenlernen Zeit nehmen! Man kann sich schnell verlieben, aber es müssen nicht gleich zu große Schritte gewagt werden.

  • Man sollte niemals das Geld an eine unbekannte Person senden.

  • Ein großer Altersunterschied sollte nachdenklich machen.

  • Einem Freund oder jemanden aus der Familie von dem Kontakt nach Russland erzählen. Eine außenstehende Person betrachtet die Geschichte mit anderen Augen und kann vielleicht deutliche Anzeichen erkennen, die an der Person gegenüber zweifeln lassen.

  • Für das erste Treffen bestehen drei Möglichkeiten:

    1. Ein Treffen im Herkunftsland der Dame.
      Viele osteuropäische Städte sind mit Direktflügen aus Deutschland erreichbar. Wenn die russische Herzensdame in einer kleinen Stadt, die nicht mit einem Direktflug erreichbar ist lebt, kann das Treffen in einer Großstadt wie beispielsweise Moskau oder Sankt-Petersburg stattfinden.

    2. Einen gemeinsamen Urlaub veranstalten.
      Beispielsweise benötigen russische Frauen kein Visum für die Reise in die Türkei. Diese Möglichkeit ist bei den Damen jedoch nicht so beliebt. Zweifel bezüglich der Absichten des Mannes könnten entstehen. Zudem ist es auch wieder eine Frage des Geldes.

    3. Für das erste Treffen reist die Dame mit dem Besuchervisum nach Deutschland.
      Die Tickets und Krankenversicherung können selbst bei einem deutschen Reisebüro gekauft und zusammen mit der Einladung an die Dame nach Russland gesendet werden. Dadurch wird die Reise finanziert und das Geld wird nicht an eine unbekannte Person gesendet.
      Scammer versuchen das Besuchervisum mit der folgenden Begründung auszureden: Das Deutsche Konsulat lehnt Visa-Anträge von russischen Single-Frauen in der Regel ab. Doch das stimmt nicht.

Was für einen Vorteil hat eine kostenpflichtige Partnerbörse?

  1. Jede Dame wird sorgfältig und individuell geprüft. Ihre Kontaktdaten sowie Fotos werden von den Einträgen in diversen Scam-Datenbanken verglichen.
  2. Massenhafte Scam- und Spam-Nachrichten werden automatisch erkannt. Zumeist senden Scammer ihre Kontaktdaten (E-Mail-Adresse) in der ersten Nachricht.

Darüber kannst Du mehr im Artikel “Sicheres Kennenlernen kostet Geld“ erfahren.

Doch einen 100%igen Schutz kann Dir niemand garantieren. Man handelt immer auf eigene Verantwortung.