Ukrainische Hochzeitsbräuche

In jedem Land gibt es eigene Traditionen und Bräuche. Sie repräsentieren die Kultur und Geschichte des Landes. Leider werden heutzutage immer mehr Traditionen vergessen oder kaum einer Beachtung geschenkt.

In diesem Artikel gehen wir die ukrainischen Hochzeitsbräuche der früheren Tage ein. Viele Bräuche in der Ukraine, Russland und Weißrussland beruhen auf eine gemeinsame slawische Vergangenheit. Deshalb sind viele Traditionen in diesen Ländern ähnlich. Es gibt eine Vielzahl an Traditionen, die die Zeit vor, während und nach der Hochzeit begleiten.

Die wichtigsten Attribute für eine ukrainische Hochzeit sind: Respekt vor den Eltern, Liebe zwischen den Ehepartnern und hemmungsloser Spaß :-)

„Svatanie“ – Partnervermittlung durch Eltern

„Svatanie“ wird ein alter Brauch genannt, in dem zwischen zwei jungen Menschen vermittelt wird. Eine Vermittlerin („Svaha“ genannt) oder eine Delegation von Vermittlern (zum Beispiel der Vater, der große Bruder und der Onkel des jungen Mannes) treffen sich mit den Eltern des Mädchens und sprechen über die Optionen einer zukünftigen Ehe.
Eine junge Frau, die gut erzogen wurde, sollte damals zweimal „Nein“ sagen und erst den dritten Heiratsantrag der Vermittler annehmen.
„Svatanie“ ist eine alte Tradition, die vielen Osteuropäern bekannt ist. Heutzutage werden die russischen und ukrainischen Frauen natürlich nicht mehr auf diese Art und Weise „vermittelt“. Vielmehr nehmen sie die Dienste einer ukrainischen Partnervermittlung in Anspruch.

„Devichnik“ – Junggesellenabschied

Eine Urform des heutigen Junggesellenabschieds ist das „rituelle Weinen“. Nach der Eheschließung verlässt die Braut das Elternhaus und zieht zu der Familie des Ehepartners.
Für die Freundinnen und Familie der Braut ist dies ein glücklicher und zugleich trauriger Anlass. Deswegen versammeln sie sich am Vortag der Hochzeit zum gemeinsamen „trauern“. Abgeschlossen wird dieses Ritual mit fröhlichem Gesang und Witzen.

Während der Hochzeit

Nach der offiziellen Registrierung der Ehe wird Wasser zu den Füssen des Ehepaars gegossen. Dies soll die Reinigung des vorehelichen Lebens symbolisieren und die Ehepartner vor bösen Geistern schützen. Üblicherweise wird das Wasser von kleinen Kindern gegossen. Dafür bekommen sie etwas Kleingeld.

Ein lustiger Brauch: Wenn sich die Eheleute auf osteuropäischen Hochzeitsfeiern küssen, rufen die Gäste immer mehrmals „Gor'ko“ („bitter“).

Schwiegermutter und Schwiegersohn

Während der Hochzeitsfeier muss der Ehemann seiner Schwiegermutter Respekt erweisen. Dieser Brauch wird in folgenden Schritten ausgeführt:
Der Schwiegersohn nimmt die Schuhe seiner Schwiegermutter ab; „wäscht“ ihre Füße (es genügt, ihre Füße einfach mit Wasser zu bespritzen); schenkt ihr ein Paar neue Schuhe. Danach führen Schwiegermutter und Schwiegersohn einen schnellen Tanz auf, um zu sehen, ob die neuen Schuhe auch wirklich passen.

Am Ende der traditionellen ukrainischen Hochzeit legt die Schwiegermutter die Haare von der Braut frei, nimmt den Brautschleier ab und deckt ihren Kopf mit einem Tuch. Das symbolisiert, dass das ukrainische Mädchen zu einer Ehefrau geworden ist. Anschließend wird die Braut mit jeder ihrer unverheirateten Freundinnen tanzen und diese ihren Brautschleier kurz anziehen lassen.

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